Die Entstehung des Lagerbieres!
 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

In Klein-Schwechat bei Wien braute der junge Anton Dreher 1839 jenen Biertyp, der binnen kürzester Zeit Bierkennern in aller Herren Länder hochgeschätzt wurde und unverändert heute noch wird; das Lagerbier.
An das Bier ist immer schon ein vergleichsweise hoher Qualitätsanspruch gestellt worden. Der erhöhte sich noch weiter als es am Ende des 15. Jahrhunderts zu einer kleinen Revolution im Bierwesen kam. Erstmals wurde ein untergäriges Gebräu unter Verwendung von Hopfen hergestellt.
Wer sich damals gegen die strengen Brauvorschriften versündigte, hatte mit dem Schlimmsten zu rechnen. Ein Braumeister, der minderwertiges Bier produzierte, wurde nicht selten am nächsten Baum aufgeknüpft.
Und die Qualitätskontrolle war damals auch ohne ISO9000 durchaus effizient: Man schüttete ein gehöriges Quantum Bier auf eine hölzerne Sitzbank, auf der sich anschließend die Tester niederließen. Blieb die Bank beim Aufstehen an den Lederhosen kleben, war das Bier stark genug.
Ein Problem freilich blieb bestehen; die Haltbarkeit. Nach wie vor war der Biergenuss auf wenige (die kälteren) Monate im Jahr beschränkt. Für unserein selbstverständlich, für die Brauer bis herauf ins 19. Jahrhundert eine schiere Unmöglichkeit - das war die langfristige, kühle Lagerung des Bieres. Vor der Erfindung moderner Kühltechniken bot der Monat März die allerletzte Gelegenheit, vor der warmen Jahreszeit untergäriges Bier zu brauen. Erst nach dem Sommer konnte wieder mit der Produktion begonnen werden. Aus dieser Zeit stammt denn auch der Begriff "Märzenbier".
Bis zum Bau der ersten österreichischen Eisenbahn von Floridsdorf nach Deutsch-Wagram unter Kaiser Ferdinand, dem Gütigen, tranken die Wiener (und nicht nur sie) ein "ziemlich miserables dunkelbraunes Gesöff", das ihnen eigentlich überhaupt nicht schmeckte. Es gab freilich nichts Besseres.
Dann aber machte der gerade 29jährige Anton Dreher den gewagten Schritt in die Neuzeit des Bieres - und wurde zur Legende. Von seiner Umgebung für einen Wirrkopf gehalten, entwickelte er - nach einem ausgiebigem Studienaufenthalt im damals in der Brautechnik führenden England - ein Brauverfahren zur Herstellung eines hellen, untergärigen Bieres, das vom österreichischen Publikum ob seiner erfrischenden Süffigkeit sofort begeistert aufgenommen wurde. Zudem war es im Gegensatz zu allem, was auf dem Markt war, lange (wenngleich nicht unbegrenzt) lagerfähig.
Die Reinzüchtung der Bierhefe, die Entwicklung leistungsfähiger Kühlmaschinen, neue Labortechniken und schließlich auch der Ausbau der Transportmittel verhalfen dem Dreher'schen Lagerbier endgültig zum Durchbruch, Das "(Klein) Schwechater Lager" trat seinen Siegeszug um die Welt an.
Binnen kürzester Zeit wurde Österreich zu einem der wichtigsten Bier produzierenden Länder der Welt.