Das große Fressen

Riesenschnitzel, meterlange Brote und kiloweise Salate. Essen ohne Limit und für wenig Geld. Wo das geht? 

 

Soll ich’s einpacken?", fragt die Kellnerin und beugt sich hinunter zu der zarten, weißhaarigen Pensionistin, die gerade einmal die Hälfte ihres Schnitzels aufgegessen hat. "Ja bitte", antwortet die betagte Dame und kramt sogleich ein praktisches "Plastikg’schirrl" aus ihrer weitläufigen Handtasche: "Geben Sie’s da rein."

1 cm um 15 Cent
Heinz Pollischansky, Chef der Viel-Futter-Kette , findet das "lieb". Dass sich viele Leute ihr Essen mit nach Hause nehmen, ist in seinen Lokalen durchaus üblich. Inzwischen wissen ja die meisten (Stamm-)Gäste, dass die Sonne auch dann scheint, wenn man nicht aufessen konnte. "Außerdem müssen wir dann nichts wegwerfen", freut sich Pollischansky. Noch mehr freut er sich darüber, dass die Geschäfte so gut gehen. 1996 eröffnete er sein erstes Lokal. Inzwischen gibt es schon das siebente in Wien.

Das Konzept des gelernten Buchhändlers war denkbar einfach: "Brote werden zentimeterweise verkauft", erklärt Pollischansky. Ein Zentimeter warmes Brot - ein überbackenes - kostet 20 Cent; 1 cm kaltes 15 Cent. "Meist bestellen mehrere Leute gleich einen Meter Brot."

Die Gäste kamen ursprünglich aus dem studentischen Umfeld. Mittlerweile hat sich der Altersdurchschnitt gehoben: "Es kommen immer mehr Pensionisten." Während sich die Jüngeren oft zu dritt oder zu viert an einer ein Quadratmeter großen Spagettiportion satt essen, nehmen die älteren Gäste die "Restln" mit heim.

Essen für zwei
Auf der -Speisekarte findet sich ausschließlich Hausmannskost. Die großen Portionen sind - trotz allgemein gesundheitsbewussterer Tendenz - nach wie vor gefragt. Pollischansky dazu: "Trends halten meist nur kurz." Der große Hunger jedoch dauert ewig. Um die Preise niedrig halten zu können, achtet der -Chef schon beim Einkauf auf günstige Angebote: "Oft geht’s dabei um Cent-Beträge", erklärt er. Aber in der Summe rechnet sich’s.