Wenngleich das Spiel der Pradler großteils darauf aufgebaut ist, daß kleine oder größere Pannen vorkommen, worüber ja das P.T. Puplikum besonders gerne lacht - und daher solche Hoppalas dann mit voller Absicht zur Freude und zur Überraschung der Zuschauer in das Spiel eingebaut werden, passieren auch hier mitunter völlig unbeabsichtigte Pannen oder lustige aber ungeplante Einlagen.
Zumeist finden Theateraufführungen in Räumen statt, in denen die Zuschauer in Sitzreihen untergebracht sind. Es gibt aber auch Vorstellungen, bei denen die Besucher an Tischen mit Konsumation Platz nehmen. An einem Tisch in Bühnennähe sprachen die Zuschauer gerade dem Rotwein zu, als im Stück eine Aktion vorkam, bei der die Gäste den Eindruck haben sollten, als würde ein Schuh eines Mitwirkenden (Ossi Heiter) von der Bühne in den Saal fliegen. Der scheinbar fliegende Schuh richtete zwar keinen Schaden an, aber die trinkfesten Besucher erschraken derart, daß sich der Rotwein über Tisch und Fußboden ergoss.
Bei unseren Aufführungen werden auch immer wieder Besucher zum Mitspielen aufgefordert. Sie werden auf die Bühne gebeten und haben dort einen Satz zu sagen oder eine Handlung durchzuführen. Bei einer dieser Puplikumsaktionen kam ein Mann mit einem Mantel auf die Bühne und zeigte dann, daß er unter dem Mantel sonst nichts angezogen hatte.
Gretel Höller stand bis zu ihrem 80. Lebensjahr noch auf der Bühne. Daß in dieser Altersklasse nicht mehr sämtliche Körperteile im Originalzustand erhalten sind ist nicht verwunderlich. Einmal verpasste sie beinahe ihren Auftritt und rannte im letzten Augenblick auf die Bühne - vergas aber in der Eile etwas Wichtiges. Sie bemerkte dies aber erst, nachdem sie den ersten Satz gesagt hatte und ging sofort wieder ab, besagtes Utensil zu holen. Ihr neuerlicher Auftritt wurde natürlich mit einem kräftigen "noamoi"-Ruf begleitet, worauf sie ihren Satz wiederholte - allerdings nicht zur völligen Zufriedenstellung des Puplikums, denn da rief doch glatt jemand "Noamoi - aber wieder ohne Zähnd"
Auch Alfred Böhm hatte in seinen Jugendjahren einige Zeit mit dem Team der Pradler Ritter zusammengearbeitet. Einmal passierte ihm das Missgeschick, Bier über den Morgenrock von Max Höller zu verschütten. Dies dürfte wohl dann der Grund gewesen sein, warum Alfred Böhm ins komische Fach übergewechselt ist.
Walter Höller war bis zu seinem Ableben der Paraderaubritter bei den Pradlern. 30 Jahre lang spielte er nur den Bösewicht, der am Schluss geköpft wird. Im Juni 1972 wurde in Linz ein neues Fernsehstudio eröffnet. Zur Eröffnung gab es eine Show, zu der auch die Pradler Ritterspiele eingeladen wurden und als Gag den Architekten des Bauwerks köpfen sollten. Walter Höller sollte den, am Richtblock knieenden Ing.Gustav Peichl köpfen. Walter Höller hatte zwar die Erfahrung, über 1000 mal geköpft zu werden, hat aber bei den Aufführungen nie selbst geköpft. Daher hantierte er so ungeschickt, daß diese eine Szene 20 mal wiederholt werden musste, bis der Regisseur resigniert entschied, die Szene so zu nehmen wie sie ist.